(Un-)Endlichkeit

Im Gegensatz zum Meer ist meine Lebenszeit (und die aller anderen) endlich. Das Meer war lange vor mir da und wird noch lange nach mir da sein. Aus entsprechender Ferne betrachtet, fällt meine Lebenszeit ungefähr so ins Gewicht wie ein Sandkorn am Strand. Während ich morgens also mit dem Weckerklingeln aufstehe und dafür sorge, dass das Kind pünktlich in der Schule ist und ich im Büro und nach der Arbeit mich um die anderen alltäglichen Dinge kümmere, vergesse ich schlicht, wie endlich meine Lebenszeit ist. Ich bin vollauf beschäftigt den Alltag zu wuppen. Der Autopilot hilft.

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Ab und an jedoch geschehen Dinge oder ich treffe Menschen, die mich an die Endlichkeit meines eigenen Lebens erinnern. Und sie erinnern mich daran, dass ich viel zu oft, viel zu sehr mit den Alltagsgeschehnissen beschäftigt bin und darüber hinaus andere wichtige(re) Dinge vergesse. Natürlich ist mein Alltag wichtig, aber es gibt noch eine andere Wichtigkeit.

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Ein Wichtigkeit, die darauf drängt, dass ich nicht alle Wünsche, Träume und Vorstellungen beliebig weit aufschieben kann, sondern mich irgendwann entscheiden muss, ob ich ihnen nachgehe oder sie vergesse. Besser ist es daher jeden Tag auf’s Neue die Prioritäten festzulegen und auf die Gewichtigung zu achten – nicht nur Alltag, nicht nur Vergnügen, nicht nur Träume.

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Und ich werde daran erinnert, den für mich wichtigen Dingen, Priorität einzuräumen. Meine kostbare Zeit nicht mit sinnlosen Dingen zu vergeuden, sondern sie sinnvoll und weise zu nutzen. Die Definitionen von sinnvoll und weise muss ich natürlich für mich selbst bestimmen. Nur ich kann entscheiden, was für mich sinnvoll ist. Nur ich kann entscheiden, was wichtig ist. Nur ich kann entscheiden, für was ich meine Zeit und Energie aufbringen möchte.

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Aber wie oft treffe ich so eine bewußte Entscheidung tatsächlich? Eher selten. Besonders im Alltag bestimmt oft der Autopilot. Der natürlich seine Berechtigung hat – denn das Leben wäre viel zu anstregend, wenn wir ständig über jede vertraute Tätigkeit neu und aufmerksam nachdenken müssten. Aber dennoch sollte der Autopilot nicht nur im Urlaub, sondern auch im Alltag öfter mal ausgeschaltet werden und jeder Moment bewußt wahrgenommen und entschieden werden, damit ich jeden Tag auf’s Neue meine Endlichkeit bewußt einsetzen und bewußt darüber entscheiden kann, was mir gerade wichtig ist und was ich angehen möchte. Und manchmal auch angehen muss.

Übrigens, auch Wochenenden eignen sich gut dazu den Autopiloten auszuschalten, raus aus der Routine und ganz bewußt entscheiden, wofür ich meine endliche Lebenszeit einsetze.

15 Kommentare zu „(Un-)Endlichkeit

  1. das Problem ist halt dass der Alltag 5 Tage hat und das Wochenende nur 2 Tage. Im Alltag ist man programmiert mit den Tagesabläufe und das Wochenende ist meiner Meinung nach einfach zu kurz um nur Dinge zu tun die man gerne möchte ! Meine Meinung !! Manni

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    1. Danke für Deinen Kommentar, Manni. Ich finde es kommt auch darauf an, was Du tun willst 😉 Ich finde 48 Stunden sind schon eine ordentliche „Portion“ Zeit, aber das empfindet jeder anders. Aber egal, ob man das als viel oder wenig Zeit empfindet, 48 Stunden sind immer 48 Stunden.

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      1. Von den 48 Std. verschläfst du bereits knapp 20 Std. . dann bleibt dir nicht mehr viel übrig. Also ich finde das Wochenende geht so schnell rum !!!! Aber wie du schon geschrieben hast alles Ansichtssache und es stimmt schon jeder empfindet es anders ! Ändern können wir hier eh nichts !!!

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  2. edepfaublog 03/02/2019 — 10:23

    Das ist doch mal ein guter Anfang!

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  3. Ich lebe recht bewusst. Mein Partner starb mit 35 Jahren. Da lernt man, Dinge die einem gut tun nicht ständig aufzuschieben. Auf seine Bedürfnisse zu achten.

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    1. So ein schockierendes Ereignis würde bestimmt viele zum umdenken bewegen. 😦

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  4. Wunderschöner, nachdenklich machender Post!

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    1. Danke für Deine Zeit, die Du Dir zum lesen genommen hast.

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  5. Wie wahr!
    Liebe Grüße,
    Werner

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  6. das meer bietet immer wieder nie endenwollende neue motive. sehr schön. und ja, diese gedanken. ich kenne sie – nur zu gut. übrigens gibt es ein tolles lied von s.t.s. über die unendlichkeit des meeres, es heißt schlicht „das meer“ – falls du mal lust hast in steirischen austropop reinzuhören.

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    1. Ich habe Deinen Musiktipp angehört. Ist wie ne Fremdsprache für mich gewesen 😉

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      1. hahaha ohje ich hab gehofft dass es nicht ganz so schwer verständlich ist ^.^

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  7. Voll erwischt! Ich liebe das Meer und zwar genau in diesen Farben und in solchen Momenten… Endlos, weit und frei… Das sind irgendwie immer die ersten Gedanken die mir beim Meer in den Sinn kommen. Verstärkt wird das ganze auch dadurch, dass es eben keine Sonne, keine Liegestühle und keine Sonnenschirme gibt. Das lässt viel mehr Platz, wörtlich und gedanklich…

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    1. Danke für Deine Worte, die beschreiben das Meer im Winter sehr treffend.

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