eintönig

Ab und an gibt es Wochen in meinem Leben, da fotografiere ich wenig. Sehr wenig. Ich finde einfach keine Zeit und/oder Ruhe (schlimm). Manchmal finde ich auch nichts, was mich begeistert und ich uuuuuuunbedingt fotografieren möchte (schlimmer). Und dann kommt der Tag an dem ich mich damit abgefunden habe. Vielleicht ist das der Tag an dem die Herbstnebel anfangen. Oder es ist der Tag an dem ich beschließe die Arbeitszeitsouveränität meines Arbeitgebers zu nutzen und vor der Arbeit auf’s Dach steige. Genauer gesagt auf das oberste Parkdeck. Das – verständlicherweise – völlig leer und verlassen ist.  Oder es ist der Tag an dem beides zusammen zutrifft. Und das ist dann der Tag an dem ich endlich wieder Motive sehe, die mich begeistern und die es wert sind eingefangen zu werden.

Heute war dieser Tag und ich kann versichern, dass mit Sonne dieser Tag heute nicht gewesen wäre. Auch wenn jeder denken mag, der beste Tag um die oberste Etage des Parkdecks zu erklimmen sei ein Sonnentag, kann ich sagen Nebel ist passender. Nebel ist spannender. Nebel ist mystischer. Nebel versteckt mehr als er zeigt. Und grau wie der Nebel ist auch der Beton des Parkhauses. Grau und ziemlich trist. Auch ein wenig deprimierend, schließlich verbringt man dann die nächsten Stunden im Büro oder in einer Werkshalle und tut Dinge, die man tut, weil man Geld für andere Dinge benötigt.

Und obwohl andere sicherlich Depressionen beim Anblick der Fotos empfinden werden, finde ich persönlich sie ruhig bzw. beruhigend und glatt. Teilweise grafisch und minimalistisch. Abstrakt eher nicht. Aber dafür wunderbar geordnet.

Diese 10 Minuten morgendliches Fotografieren haben meinen Tag jedenfalls wunderbar erheitert. Es war so zwanglos und hat einfach Spaß gemacht. Manchmal muss ich Abstand vom Gedanken nehmen ein „perfektes“ und anschauliches Foto machen zu wollen bzw. machen zu müssen. Manchmal darf ich auch nur Spaß haben und mich frei in meinem Handeln und meiner Kreativität fühlen, der Rest kommt von allein. Und manchmal braucht es dazu auch einfach nur die Zwänge eines Parkhauses und eines geregelten Arbeitslebens. Widersprüchlich und verrückt. Irgendwie.

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Annett